Die ersten Kontaktlinsen wurden 1827 vom englischen Astronomen John Herschel erfunden. Die Idee für die Kontaktlinse wurde von Herschels Wunsch angeregt, eine Form zu erstellen, welche sich den Augen der Menschen anpassen konnte. Schließlich führte die Fusion der Ideen von Herschel und einem deutschen Glasbläser (F.A Müller) zu den ersten Kontaktlinsen aus Glas. Spätere Anpassungen von Optikern und Ärzten machten die Kontaktlinsen kleiner und statteten sie mit Kunststoff aus. Jedoch erst in den 60er Jahren wurden die ersten Kontaktlinsen hergestellt, welche sich angemessen der Hornhaut angepasst haben und bequem für den Benutzer waren.

 

Was sind Kontaktlinsen?

kontaktlinsen

Wie alle Korrekturlinsen ist der Zweck der Kontaktlinse einen Defekt im Auge auszugleichen, welcher zu einer verminderten Sehkraft führt. Eine Kontaktlinse oder auch Haftlinse genannt, wird direkt über dem Auge getragen und wird oft aus Bequemlichkeit und dem Gefühl der Befreiung von Brillen gewählt. Fast jeder Brillenträger kann sich für Haftlinsen entscheiden, sei es als dauerhafter Ersatz für ihre Brille oder als Teilzeitmaßnahme für das Nachtleben. Die Linsen schwimmen auf einem Film von Tränen, welche das Auge natürlich bedecken. Diese Oberflächenabdeckung wurde erstellt um die Oberfläche des Auges gleitfähig zu machen und somit zu verhindern, dass es austrocknet. Weil die Haftlinsen auf diese Schicht platziert werden, spüren Sie kaum ihre Anwesenheit, wenn sie aufgetragen waren.

Wie traditionelle Korrekturlinsen funktionieren Haftlinsen, indem Licht von den Objekten um uns herum auf die Netzhaut fokussiert wird, sodass Bilder erzeugt werden, welche für unser Gehirn verständlich sind. Visuelle Beeinträchtigungen werden oft durch eine Veränderung hervorgerufen, welche die Fokussierung des Lichts auf die Netzhaut stört, zum Beispiel wenn das Licht effektiv hinter der Netzhaut fokussiert wird, was aufgrund eines kleinen Augapfels oder einer abnormalen Hornhaut geschehen kann. Das Ergebnis ist ein unscharfes Bild von Objekten in der Nähe, was durch eine Korrekturlinse kompensiert werden kann. Kontaktlinsenarten reichen von regelmäßigen klaren Linsen bis zu farbigen Linsen. Es gibt aber zwei deutliche Unterschiede zwischen Kontaktlinsen, und zwar Einwegkontaktlinsen und Kontaktlinsen die eine längerfristige Pflege benötigen. Einwegkontaktlinsen sind meist teurer pro Paar, aber können nur für etwa zwei bis drei Wochen getragen werden.

RGP oder harte Kontaktlinsen

RGP steht für rigid gas permeable was übersetzt formstabil bedeutet und beschreibt das Material dass verwendet wird, um sie herzustellen. Sie sind viel kleiner als weiche Linsen und es gibt sie schon viel länger. Ihre Steifigkeit erlaubt nicht, dass viel Sauerstoff durchgelassen wird und viele Träger sagen, dass sie viel länger benötigen, um sich an diese Linsen zu gewöhnen. Sie sind weniger als einen Zentimeter breit, bedecken die gesamte Pupille und die Kanten ruhen auf der Iris (dem farbigen Teil des Auges). Ärzte glauben aber dennoch, dass obwohl eine Person sich schwerer an sie gewöhnen kann, sie eine gesündere Alternative für das Auge bieten, sowie haltbarer als weiche Linsen sind, indem sie bis zu einem Jahr benutzt werden können.

Silikonhydrogellinsen

Viele Menschen, die dass Wort Silikonhydrogellinsen zu hören bekommen glauben, dass diese zwei Worte schon immer zusammengehört haben, was aber bis vor Kurzem tatsächlich nicht der Fall war. Chemiker stießen auf dieses neue Material, nachdem sie hydrophobe Silikone mit einer hydrophilen HEMA zufällig gemischt haben. Dies führte zu einem Kopolymer, welcher die Sauerstoffdurchlässigkeit verbesserte.

Der Unterschied zwischen Silikonhydrogellinsen und herkömmliche Hydrogellinsen ist die hohe Sauerstoffdurchlässigkeit von Silikonhydrogellinsen. Diese Sauerstoffdurchlässigkeit ist nicht abhängig vom Wassergehalt des Linsenmaterials. Konventionelle Hydrogellinsen werden nach dem Wassergehalt klassifiziert. Niedrige Hydrogellinsen liegen zwischen 12 bis 30% Wasser, mittelmäßige Hydrogellinsen liegen im Bereich von 40 bis 70% Wasser und hochgradig Hydrogellinsen haben einen Wassergehalt von 90 bis 99,5%, und superabsorbierenden Hydrogellinsen haben mehr als 99,5% Wassergehalt.

Intraokulare Linsen

Intraokularlinsen werden auch als IOL bezeichnet und sind Linsen, die in das Auge implantiert werden. Traditionell wurden sie aus einem unflexiblen Material wie PMMA hergestellt. PMMA oder Polymethylmethacrylat war das erste Material, dass erfolgreich bei Intraokularlinsen verwendet wurde. Doch im Laufe der Zeit haben Chemiker neue Wege gefunden, um sie weicher und gesünder für die Augen einer Person zu machen. Heutzutage gibt es kleine Kontaktlinsen mit Kunststoff Seitenstreben, welche als Haptiken bekannt sind und aus Silikon oder Acryl hergestellt werden können, wobei beide weiche und faltbare Materialien sind, die leicht in das Auge implantiert werden können.