Während der Schwangerschaft ist es eine große Herausforderung die optimale Liegeposition für einen erholsamen Schlaf zu finden. Besonders wenn normalerweise eine Rücken- oder Bauchlage bevorzugt wird.

Nachvollziehbare Gründe für Schlafstörungen in der Schwangerschaft

Im ersten Drittel der Schwangerschaft lässt Ihre sensibilisierte Brust eine Schlafposition auf dem Bauch nicht zu. Nimmt der Bauchumfang mit den Monaten zu, verhindert er nun ebenso eine entspannte Bauchlage. Möchten Sie in der Rückenposition schlafen, belastet die Gebärmutter mit ihrem erhöhten Gewicht den Rücken, die untere Hohlvene (sie ist für den Bluttransport zum Herzen verantwortlich) sowie die Organe. Längere Liegezeit auf dem Rücken begünstigt Verdauungs-Beschwerden, eventuell Hämorriden oder Rückenschmerzen sowie in manchen Fällen niedrigen Blutdruck, schlechte Durchblutung oder sogar Atembeschwerden. Der Druck auf Ihre Blase wird ansteigen und somit wird auch nachts öfter der Gang ins Bad notwendig. Zudem besitzt Ihr Kind kürzere Schlaf-Wach-Phasen und ist oft aktiv, wenn Sie schlafen wollen. Des Weiteren können kalte Füße sowie Wadenkrämpfe oder Sodbrennen einen erholsamen Schlaf verhindern.

Schlafstörungen in der SchwangerschaftSo können Sie Schlafstörungen in der Schwangerschaft entgegenwirken

Bei ständigen Wadenkrämpfen kann Ihr behandelnder Arzt Sie mit Magnesium-Tabletten versorgen. Eine kalziumreiche Ernährung sowie langsames Dehnen vor dem Schlafengehen kann zusätzlich helfen. Sitzen mit gekreuzten Beinen oder/und Stehen über lange Zeit, sollten Sie vermeiden. Aber Achtung! Um Schlafstörungen in der Schwangerschaft entgegen zu wirken ist die Einnahme frei verkäuflicher Schlaf- sowie Beruhigungsmittel in der Schwangerschaft absolut tabu!

Bevorzugen Sie im ersten Drittel Ihrer Schwangerschaft eine Schlafposition auf Ihrer linken Körperseite. In dieser Position wird Ihr Kind optimal über die Plazenta mit Nährstoffen sowie Blut versorgt. Diese Liegeposition erleichtert ebenso die vermehrte Arbeit Ihrer Nieren, welche mit der Filterung der Schadstoffe beschäftigt sind, wodurch die Schwellung ihrer Hände, Knöchel und Füße verringert wird. Versuchen Sie sich in dieser Position, mithilfe eines Kissens zwischen ihren Beinen, entspannt auszustrecken oder einzurollen. Als Stütze sowie auch um eine zusätzliche Bequemlichkeit herbeizuführen verteilen Sie unter dem Bauch, an ihrem Rücken und zwischen den Beinen mehrere Kissen. So können Sie auch den Druck, welcher auf ihren Muskeln um Becken und Hüfte lastet, vermindern und Schlafstörungen in der Schwangerschaft gezielt entgegen wirken.

Da bei dieser Seitenlage ein hoher Druck auf ihrer Hüfte lastet, bringt eine Schaumstoff-Unterlage (unter dem Bettlaken) optimale Bequemlichkeit sowie gute Luftzufuhr. Schaumstoffe für diesen Zweck finden Sie in diversen Stärken und Formaten (individuell zuschneiden lassen) im Handel. Von kompetenten Hebammen wird oft ein Still-Kissen (wird später noch gebraucht) empfohlen, welches dem oberen Bein als Abstützung dient.

Sanft einschlafen sowie entspannen- mit einer simplen Atemmeditation

Diese folgende Entspannungs-Übung soll Ihnen helfen (nicht nur abends) ein wenig Ruhe zu finden: Legen Sie sich bequem und locker in Rückenlage auf ihr Bett- ohne Kopfkissen. Legen Sie eine Hand auf ihren Unterbauch, die andere auf ihre Brust. Kreuzen Sie ihre Fußgelenke und achten sie konzentriert nur auf ihre Atmung. Ruhig ein- und ausatmen. Lassen Sie ihre Gedanken wie leichte Wolken vorüberziehen. Ihr Atem wird stetig ruhiger und tiefer, ihr Gedankenfluss nimmt allmählich ab. Bleiben Sie so liegen, bis sich in ihrem Innern eine spürbare Entspannung ausbreitet.

Sorgen einfach von der Seele schreiben sowie auf Schlaf-Hygiene achten

Beunruhigende Sorgen, Gedanken oder Ängste können Sie in den Griff bekommen, wenn sie sich einmal am Tag etwas Zeit nur für sich nehmen. Schreiben Sie dabei ihre Sorgen in ein Heftchen und legen es danach mit den Sorgen einfach weg. Um Schlafstörungen in der Schwangerschaft zuvorzukommen, ist ihre individuelle Schlaf-Hygiene wichtig. Das bedeutet, während des Tages kein Nickerchen machen, in den Abendstunden koffeinhaltige Kost (Schokolade, Kaffee oder schwarzer Tee) vermeiden sowie die Zeit vorm Schlafengehen in Ruhe gestalten. Frische Luft sowie etwas Bewegung kann Ihnen auch helfen. Und übrigens, gegen Schlafstörungen in der Schwangerschaft kann auch ein abendliches Glas warme Milch wirksam sein.