Ein weit verbreitetes Problem

Es wird angenommen, dass etwa 20 bis 30% der Bevölkerung der westlichen Industrieländer unter Schlafstörungen verschiedener Arten und Stärken leiden. Falls auch Sie zu dieser großen Gruppe zählen, sollten Sie sich nicht scheuen, mit Ihrem Hausarzt darüber zu sprechen. Denn Schlafstörungen haben Ursachen, die identifiziert und bekämpft werden können. Ein Schlaf, der nicht erholt, kann gravierende Auswirkungen auf die tägliche Leistungsfähigkeit sowie auf die allgemeine Lebensqualität haben.

Ursachen von SchlafstörungenSchlafdauer und Schlafrhythmus

Damit der Schlaf erholsam sein kann, darf er zunächst einmal nicht zu kurz sein. Hier gibt es keine allgemein verbindlichen Richtwerte: jeder Mensch braucht eine individuelle Menge Schlaf, die ihm aus eigener Erfahrung bekannt ist. In der Regel sind dies beim erwachsenen Menschen zwischen 6 und 8 Stunden pro Nacht.
Der Ablauf des Schlafs ist durch eine Abfolge von Stadien oder Phasen gekennzeichnet, die durch verschieden intensive neurophysiologische Aktivität und damit eine verschiedene Schlaftiefe gekennzeichnet sind. Schlaf bedeutet also nicht, dass das Gehirn untätig bleibt. Im Gegenteil: in dieser Zeit synchronisieren sich Nervenzellverbände. Wenngleich die genaue biologische Funktion des Schlafs noch nicht abschließend geklärt ist, ist dennoch naheliegend, dass der Schlaf und insbesondere das Träumen eine wichtige Rolle bei der Erhaltung und Fortentwicklung des zentralen Nervensystems spielen.

Organische, psychische und Umwelt Ursachen bei Schlafstörungen

Die als Insomnien (Ein-und Durchschlafstörungen) bekannten Schlafstörungen haben Ursachen, die sowohl körperlich als auch psychisch sein können.
Körperliche Ursachen können z.B. Erkrankungen der Schilddrüse, hormonelle Störungen, Herz-Kreislauf-Störungen oder Magen-Darm-Erkrankungen sein. Hinzu kommen organische Erkrankungen wie Schlafapnoe, „Restless Legs“ oder Narkolepsie. Die Schlafapnoe ist ein kurzzeitiger Atemstillstand im Schlaf. Die dadurch unter Umständen auftretende Unterversorgung des Nervensystems mit Sauerstoff kann im schlimmsten Fall neuronale Folgeschäden hervorrufen. Eine alltäglichere Erscheinung ist eine durch Schlafapnoe verursachte Verstärkung der Tagesmüdigkeit.
Schlafstörungen mit Ursachen aus dem psychischen Bereich beruhen oft auf Depressionen, Angststörungen, Essstörungen oder Manien. Als Schlafstörungen durch Ursachen psychischer Natur können jedoch auch Beeinträchtigungen des Schlafes durch belastende Lebensereignisse wie Krankheiten, Todesfälle, finanzielle Schwierigkeiten, Berufswechsel oder Umzüge gelten.
Weiterhin ist zu beachten, dass Schlafstörungen oft Ursachen haben, die außerhalb des Patienten zu finden sind: Umwelteinflüsse wie Verkehrslärm, zu viel Umgebungslicht, Elektrosmog oder auch einfach ein schnarchender Bettpartner haben oft einen mindestens ebenso großen Einfluss auf die Schlafgewohnheiten wie organische und psychische Störfaktoren.
Nicht zu unterschätzen ist auch der mögliche Einfluss von Medikamenten, Drogen und Alkohol. Obwohl letzterer zwar als eines der ältesten „Hausmittel“ zum Einschlafen gilt, erschwert er das Durchschlafen und wirkt sich auf die Balance des vegetativen Nervensystems aus. Auf die anfangs eintretende wohlige Entspannung nach dem Alkoholgenuss folgen in der zweiten Nachthälfte oft plötzliches Erwachen sowie Symptome wie Herzklopfen, Schwitzen oder Mundtrockenheit. All dies stellt aus heutiger Sicht die Wirksamkeit des Alkohols als Mittel gegen Schlafstörungen nachhaltig in Frage.